I FEEL THERE IS SOMETHING UNEXPLORED ABOUT WOMEN THAT ONLY A WOMEN CAN EXPLORE.
Georgia O’Keeffe (1887–1986) war eine einflussreiche amerikanische Malerin und eine zentrale Figur der amerikanischen Moderne. In einer Zeit, in der Frauen in der Kunstwelt oft übersehen wurden, setzte sie sich mit unverwechselbarer Bildsprache durch.
O’Keeffe erhielt ihre Ausbildung an Institutionen wie dem Art Institute of Chicago und dem Art Students League in New York. Ihre frühere Lehr- und Berufstätigkeit in Texas sowie ihre Reisen prägten ihr visuelles Vokabular. Eine prägende Verbindung bestand zu Alfred Stieglitz, dem bedeutenden Fotografen und Galeristen, der nicht nur ihr Ehemann, sondern auch ihr Förderer und wichtigster Förderer in New York war. Stieglitz stellte ihre Arbeiten aus und trug maßgeblich zu ihrer Bekanntheit bei, ohne dass O’Keeffe je ihre eigene künstlerische Identität verlor.
Bekannt wurde sie vor allem durch großformatige Darstellungen von Blumen, abstrakten Formen und die weiten Landschaften New Mexicos, die durch reduzierte Formen, starke Farbflächen und klare Kompositionen bestechen. Ihre Bilder hinterfragten traditionelle Sichtweisen und lösten häufig Debatten über Interpretation und Sexualität aus, wobei O’Keeffe selbst solche Zuschreibungen oft zurückwies. Sie überwand geschlechtsspezifische Hürden und hinterließ ein dauerhaftes Erbe als eine der bedeutendsten amerikanischen Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Zuhause und Atelier in New Mexico sind heute Museum und Pilgerstätte für Kunstinteressierte.
Mein Linoldruck beruht auf einem Foto Stieglitz’. Seine Interpretation verleiht ihrer Person eine andere, bereichernde Dimension, die perfekt zum Zitat passt.
Die Kunstwelt des 19. und frühen 20. Jahrhunderts war von Geschlechterstereotypen durchzogen, die den Künstlerinnen den Zugang zu einer umfassenden Ausbildung und Anerkennung erschwerten. Die Serie „Künstlerinnen“ soll nicht nur einen Blick auf die künstlerische Meisterschaft werfen, sondern auch auf die Herausforderungen, denen Künstlerinnen in vergangenen Jahrhunderten und bis heute gegenüberstanden. Eine Hommage an kraftvolle Frauen, die Barrieren überwunden haben, und eine Erinnerung an die fortwährende Relevanz ihrer Kunst.
Linoldruck „Georgia“
Linoldruck ist eine Hochdrucktechnik, bei der ein Motiv in eine Linoleum- oder Gummiplatte geschnitten wird. Nach dem Schnitzen wird die Platte eingefärbt und auf Papier oder Stoff gedruckt, wodurch ein wiederholbares Kunstwerk mit markanten Strukturen, Artefakten und zufälligen Farbeffekten entsteht. Der handwerkliche Prozess liefert einzigartige, plakative Drucke mit charakteristischer Textur.
Beim mehrfarbigen Druck entstehen durch die Anlage per Hand leichte Passerungenauigkeiten. Dieser leicht irritierende Effekt verstärkt zusammen mit dem changierenden Farbauftrag die kraftvolle Wirkung des Motivs.
Dieser Linoldruck wurde als Reduktionsdruck in zwei Druckgängen in limitierter Auflage hergestellt. Zuerst wurden die orangen Elemente gedruckt, die später weiß erscheinenden Teile sind herausgeschnitten. Nach dem ersten Druckvorgang musste die Farbe trocknen, danach habe ich die Platte weiter bearbeitet und nur noch die violett druckenden Elemente stehen gelassen. Dabei entsteht eine sogenannte „verlorene Platte“, also eine Linolplatte, die nur für einen einzigen Druckvorgang verwendet werden kann. Das macht jeden Druck einzigartig und besonders wertig.
